Ein Abend im Weinhimmel

In meinem Elternhaus gehört zu einem gelungenen Menü ein guter Wein genauso dazu wie Salz und Pfeffer. Meine Kenntnisse über Weine lassen jedoch noch sehr zu Wünschen übrig. Zum Glück eröffnet die Berner Weinmesse Laien wie mir täglich neue Genusswelten.

Seit letzten Freitag treffen sich täglich Liebhaber des Weins an der Berner Weinmesse. Mit einer Auswahl von 53 Ausstellern, die insgesamt über 2000 internationale Weine anbieten, sind Laien wie ich jedoch schnell überfordert. Um den Überblick nicht zu verlieren, liess ich mich von den Tipps meiner Freundin Eva, die seit ihrer Arbeit im Klösterli Weincafe ruhig als Weinkennerin bezeichnet werden kann, zu erlesenen Ausstellern leiten. In Begleitung vier weiterer Gourmands startete ich am Donnerstag um 20 Uhr meine Reise in die Genusswelt.

Den Einstieg fanden wir beim lokalen Aussteller La passion du vin, wo wir sogleich ein Plätzchen und einen freundlichen Gastgeber vorfanden. Beim Schweifen über das Angebot erkannte ich lediglich den teuersten Italiener, einen Aione für 39 Franken pro Flasche. Der geduldige Herr hinter der Theke erklärte mir, dass man mit einem Wein wie diesem nicht einsteigen könne. Weshalb wir uns dann zuerst quer durch Italien, über Portugal, nach Spanien tranken, bis wir schliesslich beim teuersten Tropfen landeten. Ein guter Wein, von dem ich geschmacklich nach dieser Aufwärmübung jedoch einiges mehr erwartet hätte.

Unsere Reise brachte uns einen Stand weiter nach Südafrika zu den Kap Weinen aus Wädenswil. Aus einer Auswahl von Weinen, deren Aromen von geröstetem Kaffee über Schokolade hinzu zu Plaumen reichten, fand ich dann auch meinen ersten Favoriten. Der 2011er Barista Pinotage aus dem westlichen Kap würde mein Budget jedoch zu sehr belasten, wie ich entschied.

Unser Verlangen nach einem guten Apéro-Häppchen, um die gefühlen 20 Weine, die wir bereits degustiert hatten zu neutralisieren, führte uns schliesslich zum Globus Westside Stand. Unwissend, dass uns neben dem frischen Brot auch genusslich der Höhepunkt des Abends erwartet. Einen beträchtlichen Beitrag zum bleibenden Eindruck leistete unser Gastgeber Herr Schindler. Auch diesmal verlangten wir nach dem teuersten Italiener, einem Amarone für stattliche 55 Franken pro Flasche. Auch diesmal wurden wir zuerst auf Umwege geleitet. Irgendwo zwischen Sessantianni und Ripasso Buglioni entschieden meine Schwester und ich uns für sechs Flaschen Primitivo, einem Messeschnäppchen für 47.40 Franken. Nach vier Etappen durch Italien waren wir dann endlich beim Amarone Corte Bure angelangt. Meine Geschmacksknospen waren auf dem Höhepunkt angekommen. Nachdem uns der nette Herr Schindler zur Feier noch mit einem Champagne Doquet anstossen liess, zogen wir bereits zum letzten Stand des Abends. Bei Cava Hispania fanden wir mit einem Schluck von Divus aus dem Süden Spaniens einen passenden Abschluss unserer Weinreise.

 

Die Weinmesse ist noch Freitag und Samstag geöffnet. Vielleicht sehen wir uns ja dort..

 

 

 

 

1 Comment

  • Sarah
    18. Oktober 2013 17:17

    nachdem Bericht freu ich mich gleich noch mehr auf die Weinmesse in Basel 😀

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