So kaufst du in Bern nachhaltig ein (von Gastautorin Jasmin Heimann)

Auf der Suche nach den neusten nachhaltigen Läden und Angeboten in der Stadt Bern ist Gastautorin Jasmin Heimann auf einige spannende Angebote gestossen und hat diese für dich näher unter die Lupe genommen.

Palette

Endlich! Ende August 2017 eröffnet an der Münstergasse 18 mit „Palette“ der erste unverpackt Laden in Bern. Dabei sollen qualitativ hochwertige Produkte „so lokal wie möglich – so global wie nötig“ ohne Verpackungsmaterial verkauft werden. Von Teigwaren über Müesli bis zu Waschmittel ist fast alles bei Palette zu finden.

Hinter dem neuen Ladenkonzept stecken Christoph Bader, Sarah Pia, Ariane Forster und Samuel Anrig. „Les Palettes“, wie sich die vier Berner Projektinitianten nennen, haben sogar noch eine Mitteilung für dich: „Komm vorbei und nimm ein Seckli oder Glas mit, in das du deine Einkäufe abfüllen kannst. Wir bieten ein tolles Sortiment mit regionalen und biologischen Lebensmitteln im Herzen von Bern – alles unverpackt!“

Und wenn du dir weitere Gedanken machst, wie du deinen Plastikverbrauch im Alltag reduzieren kannst, findest du hier bereits gute Tipps.

Palette Bern
Münstergasse 18
3011 Bern

Foto: pexels.com


gmüesgarte

Ab Juli 2017 findet man den gmüesgarte an der Marktgasse 19 in Bern. Nach dem erfolgreichen Projekt Äss-Bar gibt es nun im neuen Laden von Franziska Güder, Geo Taglioni, Jan Henseleit und Simon Weidmann nicht-normiertes Gemüse und Früchte zweiter Klasse zu kaufen – frisch oder verarbeitet zu Salaten, Säften oder Suppen. Zwar sind die Rüebli etwas krumm und die Äpfel nicht immer perfekt rund, aber lecker sind sie allemal. Die Produkte werden alle von Landwirten aus dem Seeland geliefert und sind zudem etwas günstiger als jene von Migros & Co., da keine Zwischenhändler involviert sind.

In der Schweiz geht laut foodwaste.ch jährlich ein Drittel der Lebensmittel verloren, was einer Menge von 320g pro Person und pro Tag entspricht. Franziska Güder, eine der vier Projektinitianten, betont: „Die Verschwendung von Lebensmitteln ist eine Realität. Es ist an der Zeit, die Thematik anzugehen. Und zwar auf allen Ebenen. Mit dem gmüesgarte packen wir das Problem in der Lebensmittelproduktion an. Gemeinsam mit unseren Partnerlandwirt/innen sowie unseren Kundinnen und Kunden engagieren wir uns gegen Food Waste – und zwar genussvoll, gesund und frisch!“

gmüesgarte – chrumm & früsch
Markgasse 19
3011 Bern

Foto: pexels.com


reCIRCLE

reCIRCLE ist ein nationales Mehrwegsystem für Restaurants, die Verpflegung für unterwegs verkaufen. Für 10 Franken kannst du dir eine reBOX oder einen reCUP kaufen. Nach Gebrauch kriegst du dann entweder die 10 Franken wieder zurück oder kannst die reBOX für den Eigengebrauch weiterverwenden. Die Materialien sind hochwertig, mikrowellentauglich, dicht und langlebig. Pro Nutzung einer reBOX kann etwa 30 Gramm Plastik, 80 Gramm Erdöl oder 180 Gramm CO2 eingespart werden.

In Bern sind zum Beispiel nebst dem Ängelibeck, Lötschberg, Nooch und dem Schichtwechsel in Köniz auch alle Migros Take Aways bei reCIRCLE dabei. Alle Partner findest du auf der Karte der reCIRCLE Homepage. Ich habe meine reBOX im Lötschberg mit einem Mönchsalat füllen lassen und war rundum zu frieden. Die reBOX ist relativ gross, was sehr praktisch ist für einen Salat.

reCICRLE GmbH & Verein
Postgasshalde 41
3011 Bern

Foto: André Heimann


rytz

Im rytz an der Brunngasse 54 kann man seit November 2016 nachhaltig produzierte Mode kaufen.  Dort werden direkte und persönliche Wege mit den Labels gelebt und so Transparenz und Nachhaltigkeit sichergestellt. In einem interessanten Gespräch erzählt mir Inhaberin Arlette Schneider, dass sie versucht, vor allem Kleidungsstücke zu verkaufen, die an einem Ort designt, entwickelt und hergestellt werden. Zum Konzept gehören auch innovative Produkte wie zum Beispiel Taschen aus Ananasfasern, die vorher als Abfallprodukt galten und nun als Lederersatz verwendet werden.

Wenn dich das Thema Fair und Slow Fashion interessiert, empfehle ich dir, den Film True Cost anzuschauen.

rytz
Textile 
Kompositionen
Brunngasse 54
3011 Bern

Foto: André Heimann


Weitere

Natürlich bietet Bern neben den genannten Läden noch viele weitere Möglichkeiten für nachhaltiges Einkaufen. So kannst du zum Beispiel bei Frisches.ch regionale und marktfrische Produkte direkt zu dir nach Hause bestellen. Weiter gibt es im Einstein oder Tarzan den Buff Coffee Scrub, ein natürliches, aus Kaffeesatzabfall hergestelltes Körperpeeling zu kaufen. Oder lies den Bärner Meitschi-Beitrag zu den Berner Liebings-Brockis – wer sagt schon, dass es immer das Neuste sein muss?“

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Über die Gastautorin Jasmin Heimann

Jasmin studiert zurzeit Management an der Uni Lausanne, hat ihr Herz aber an Bern verloren. Wegen ihrer nicht zu stillenden Neugier ist sie stets auf Entdeckungstour im In- und Ausland und versucht, Neues und Innovatives sowie Anderes und Ungewohntes zu erkunden. Daneben interessiert sie sich für die schönsten Jogging-Strecken, für härzige Kafis mit feinem Brunch (inkl. Freundinnen natürlich) und für Bücher, Bücher, Bücher.

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4 Comments

  • Grinsekatze
    5. Juli 2017 09:29

    Es gibt den Lorraine Laden (LOLA), wo es auch unverpackte, regionale und oekologisch sinnvolle Sachen zu kaufen gibt.http://www.contact-arbeit.ch/angebotsdetails/lorraineladen/

  • 5. Juli 2017 10:28

    Was wichtiges ist vergessen gegangen: seit dem 8.6. können über 100 Lebensmittel (Reis, Nüsse, Linsen, Teigwaren..) Putzmittel (Geschirr, Boden, Wäsche..)Gemüse & Früchte, Brot, Yoghurt u.v.m. im LOLA Lorraineladen wieder aufgefüllt werden. So richtig unverpackt. Der erste Laden in Bern.

    • Simona
      5. Juli 2017 16:51

      Danke auch für deine Nachricht. Muss ich demnächst ausprobieren. Liebe Grüsse, Simona

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