Meitschi us Bärn: Nicole Boss

Bei ihrem Hobby fliegen die Fäuste, im Interview rattert das Mundwerk. Die sympathische Nicole Boss plaudert über Alltag, Rolle als Meitschi in einem männerdominierten Sport und Beziehung zu Bern.

Wir treffen uns am Randweg 15 in der Lorraine, wo mit der Box Academy Nicoles Trainingsstätte im Keller haust. Sie kennt alle hier, grüsst hier und da und witzelt mit den Kollegen. Kein Wunder, denn bis vor ein paar Monaten hat Nicole Boss zwei Mal täglich trainiert. 34 Kämpfe hat Nicole gemacht, zwei mal war Europameisterin, für den Weltmeistertitel des WBC Verbands hat es leider nicht ganz gereicht. Mittlerweile ist Nicole als aktive Boxern zurückgetreten. Trainieren tut sie aber immer noch, das Programm ist aber abwechslungsreicher geworden. Neben dem Boxtraining geht es jetzt vermehrt zum Joggen. Und auch da ist sie ambitioniert: Im Mai wird sie in Winterthur ihren ersten Marathon laufen. Übrigens hat Nicole am 9. Januar mit dem 1. Bärner Brüggelouf ihren allerersten Lauf absolviert. Oder wie man es auch nennen könnte: Über 21 Brücken sollt du gehn‘ Bärner Meitschi ;-). Trainiert wird übrigens oft über Mittag, denn Nicole arbeitet wie auch während ihrer Box-Karriere 100% als Direktionsassistentin bei der Post. Die Laufschuhe werden heute bei Wind und Wetter geschnürt und ihre Lieblingstrecke ist der „Aare na“ im Wankdorf runter und dann je nach Zeit beliebig ausbaubar.

Auf ihre Rolle als Meitschi in der männerlastigen Sportart „Boxen“ angesprochen meint Nicole schmunzelnd, dass es für sie immer ein Vorteil war. Trainiert hat sie in Bern meist mit Männern. Und das Meitschi-Sein habe ihr wohl zu deutlich mehr Präsenz verholfen, als dass sie es sonst gehabt hätte. Ausserdem sei es wohl von Vorteil gewesen, dass sie auch noch ein bisschen was im Kopf hätte und ein klein wenig nach etwas aussehe. Bescheiden sind sie halt auch, die Bärner Meitschi denke ich mir während dem Interview. Für Nicole ist ein typisches Bärner Meitschi vergleichbar mit einem Zwillingspaar: Wobei die Eine sportlich leger unterwegs ist und ruhig auch mal ungeschminkt durch die Stadt bummeln kann. Und die andere sich auch gerne mal ein bisschen rausputzt für schöne Anlässe und Events.

Nun zum Thema Bern: Heimat bedeutet Bern für sie. Obwohl sie gerne reist und andere Orte besucht, findet Nicole es super, in Bern genau zu wissen, wo sie was in welcher Qualität erhalte. Das typische Bernbild ist für Nicole ganz klar der Blick auf die Altstadt, sei dies vom Rosengarten aus (Klassiker!) oder auch ein Bierchen geniessend im Tramdepot. Einzigartig in Bern findet Nicole auch die Lauben, wie auch schon im Interview mit Anita Brechbühl von travelita.ch. Und Berns Museen, die sie regelmässig besucht. Insbesondere mag Nicole seit Kindestagen das Historische und das Naturhistorische Museum. Letzteres vor allem weilt sie einfach ein Tierli Fan ist, wie sie selber sagt. Ob im Museum oder Tier-Dokus im TV, faszinieren tut Nicole beides. Fürs 2016 gibt es ein klares Bern To Do auf Nicoles Liste: Sie möchte unbedingt dem Bundeshaus mal drinnen einen Besuch abstatten. Schon lange geplant und jetzt hat sie die Zeit dazu. Vielleicht am besten nach dem Marathon im Mai? Ansonsten wird es Nicole plötzlich noch langweilig.

Fotos: Anja Zurbrügg

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1 Comment

  • Jrene
    3. März 2016 16:01

    Was, die Nicole war am 1. Bärner Brüggelouf? Wie cool!

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