Mealy lädt zu Tisch

Einkaufszettel schreiben war gestern, heute plant die App mealy deine Kommissionen. Was mealy sonst alles bietet, fand Bärner Meitschi Flavia im Selbstversuch heraus.

Mehr Zeit zum Kochen und Geniessen, das verspricht die App mealy. Nach dem Download kannst du endlos durch Rezepte von Foodbloggerinnen scrollen und dich für dein nächstes Küchenabenteuer inspirieren lassen. Für Bernerinnen besonders interessant: Für 14 ausgewählte Rezepte kannst du die Zutaten via Smartphone bei Loeb bestellen. Wer bis 14 Uhr ordert, kann am selben Tag ab 17 Uhr ein Säckli mit sämtlichen Ingredienzen abholen. Mitarbeitende des Geschäfts übernehmen das Zusammentragen von Broccoli, Blumenkohl und co. für dich. Diese Dienstleistung ist übrigens gratis – du bezahlst einzig die Zutaten. Hast du dein Gericht ausgewählt, gibst du die Anzahl Portionen an, die du zubereiten willst. Anschliessend berechnet die App den ungefähren Preis. Nun musst du nur noch deine Emailadresse angeben und fertig ist der Bestellvorgang.

Rezepte für jedes Bedürfnis

Für meinen Testdurchgang wähle ich die Süsskartoffel Suppe mit Granatapfelkernen von der Bloggerin hopefray. Auch Leute mit Allergien und Unverträglichkeiten finden ein passendes Rezept auf der App; meine Suppe ist zum Beispiel vegan. Pünktlich um 17 Uhr stelle ich mich an die Kasse bei Loeb Lebensmittel. Meinen Namen muss ich der Kassierin nennen, damit sie die Rechnung findet. Knapp acht Franken kosten mich die vier Portionen Suppe. Nach der Bezahlung warte ich auf Anweisung des Personals auf meine Errungenschaften. Wer Wert darauf legt, eine Mehrweg-Einkaufstasche zu verwenden, hat hier leider keine Chance: wenige Minuten später drückt mir ein Mitarbeiter eine Papiertüte mit den Zutaten in die Hand.

Verständliche Anleitung

Beim Kochen steht mir Fotograf und erfahrener Küchentiger Steve zur Seite. Dank der verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung auf der App wäre die Suppe wohl aber auch ohne seine Tipps auf den Tisch gekommen :-). Die 25 Minuten Zubereitungszeit überschreite ich leicht, da das Schälen des Granatapfels eine Heidenarbeit liefert. Vor der dampfenden Suppe sitzend, wissen wir nicht, ob eine Vorspeise oder ein Hauptgang vor uns schwimmt. Diese Indikation fehlt. Der Portionengrösse nach nehmen wir ersteres an. Zwei kleine Süsskartoffeln packten die Loeb-Leute ein – vier Personen werden davon nicht satt.

Wie gross ist das Zeitersparnis?

Darin besteht für mich das Problem der App: Mitarbeitende, welche die Zutaten abpacken, kennen das Rezept und die künftigen Verschmäherinnen nicht. Entsprechend ist es für sie schwierig, bei Früchten und Gemüsen, wo die Grössen stark differieren, die passenden Exemplare auszuwählen. Wüssten die Einpackerinnen und Einpacker über die 14 Rezepte Bescheid, würde das die Qualität der Dienstleistung erheblich steigern. Mehr Zeit zum Kochen und Geniessen hat mir die App versprochen. Zeit dazu hatte ich genug. Allerdings nicht viel mehr, als wenn ich die Zutaten im gewohnten Supermarkt in den Einkaufskorb lege. Immerhin verführt mealy nicht zu Spontankäufen. Ein Dessert gibt’s darum nicht.

Fotos: Steve Nhan Duc

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