Blinddaten lohnt sich

Gestern hatte ich ein Date. Ein Blinddate. Blind war es nicht nur für mich und mein Gegenüber, sondern auch für die rund 40 anderen Fremden im Raum.

Mein erstes Blinddate hiess Dragica Rajcić. Ihr charmanter Balkan-Akzent und ihr trockener Humor brachen das Eis auf Anhieb. Die kroatische Schriftstellerin entführte mich in ihre Literatur, deren lyrische Texte unbeeindruckt von Regeln der Grammatik ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Nur kurz verweilten wir bei der Lesung ihrer Gedichte, bevor sie das gemütliche Wohnzimmer in ein Klassenzimmer verwandelte. In einer privaten Lyrik-Séance animierte Frau Rajcić mich schliesslich dazu selber ein Kurzgedicht zu verfassen. Es geschah wie sie es wünschte. So wurde ich kurzerhand zur Dichterin.

Blinddate

Mein erstes Blinddate habe ich Sarah Glauser, Till Könneker und Raphael Urweider zu verdanken, die jeweils am ersten Donnerstag im Monat zum Kulturblinddate im Hauptsitz einladen. Seit Ende August betreibt die Hauptsitz-Crew an der Grabenpromenade ein Wohnzimmer, wo sich Paten für eine monatliche Spende zum Arbeiten, Austauschen oder Entspannen treffen können. Im Vorfeld hatte ich bereits über die ersten beiden Kulturblinddates erfahren. Das Erste stand mit Steff la Cheffe im Zeichen der Musik. Beim Zweiten luden die Veranstalter eine Delegation Schauspieler des Stadttheaters ein. Für das gestrige Date liess mich mein Bauchgefühl auf Literatur tippen. Und es enttäuschte mich nicht.

Was der Hauptsitz-Crew wohl als Nächstes einfällt?

 

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