Gfrornigs Joghurt im Progr

Im Innenhof des Progrs wird die noch unbekannte Köstlichkeit eines gfrornigen Joghurts anngeboten. Klingt fad? Die vielfältige Auswahl an Beilagen und der schöne Standort machen es zu einem wahren Genuss.

Glacé ist nicht so mein Ding. Nein, ich mache keine Witze. Meine Zähne sind zu empfindlich für das Eisgekühlte. Und seit mich meine Weisheitszähne vor ein paar Wochen verlassen haben, hat die Empfindlichkeit sogar noch zugenommen.  Esse ich was Kaltes, geht’s mir wie der Frau in der Sensodyne-Werbung. Ein imaginärer Blitz schiesst durch meine Backe und ich mache dieses komische Gesicht.

Was ich hingegen sehr mag, sind Soft Ice und Frozen Yogurt, weil die weniger kalt sind und drum keine Schmerzen verursachen. Ausserdem ist Frozen Yogurt – oder gfrornigs Joghurt – wie es in Bern genannt wird – leicht säuerlich. Sauer macht bekanntlich lustig und ist mir lieber als süss. Wer gfrornigs Joghurt mag oder es ausprobieren will, dem empfehle ich einen Besuch der joli mont manufaktur im Innenhof des Progrs. Zwischen Lehrerzimmer und Turnhalle unter einem grossen weissen Sonnenschirm stehen Theke, Kühlschrank und dieses lustige Teil, aus dem das gefrorene Joghurt rauskommt. Sieht aus wie die Soft Ice-Maschine, die ich als Kind immer wollte.

Bei schönem Wetter wird hier von Montag bis Mittwoch von 12.30 bis 19 Uhr und von Donnerstag bis Samstag von 12.30 bis 22 Uhr gfrornigs Joghurt verkauft. Anders als bei Glacé gibt es nur einen Geschmack, den von Naturjoghurt. Die Abwechslung kommt in Form von Toppings – bei joli mont „Obedruf“ genannt. Drei davon sind im Preis inbegriffen. Meine Auswahl von Sandorn, Ingwer-Zitrone und Caramell-Baumnuss war sehr fein. Und alles ohne E-Nummern oder künstliche Zusätze. Die Milch stammt von Biomilk in Münsingen. Ausserdem weniger Fett und Zucker als Glacé. Was will man (frau) mehr?

Hinter joli mont stehen Ursina und Stephan, zwei Agronomen, deren grosser Traum es ist, einen Bauernhof zu bewirtschaften. Mit grosser Leidenschaft und leuchtenden Augen erzählt Ursina von den beiden Ständen, die sie aktuell betreiben. In Thun vor dem Bahnhof hat joli mont bereits eine treue Kundschaft. Nebst den klassischen Frozen-Yogurt-Konsumentinnen, jüngeren Frauen, kämen in Thun auch viele ältere Leute, Familien und Pärchen regelmässig vorbei. Der Berner Progr liegt zwar auch in Bahnhofnähe aber dennoch einige Schritte weg der grossen Passantenströme, daher sei der Aufwand, einen Kreis von Stammkunden aufzubauen, grösser. Gerne würde sie das gfrornige Joghurt und Komplementäres wie Waffeln und Kaffee das ganze Jahr anbieten. Ursina ist deswegen auf der Suche nach einem passenden Lokal in Bern. 20 Quadratmetern würden reichen. Sie kann sich auch vorstellen, sich in einem bereits bestehenden Geschäft einzumieten, wenn sich die Angebote ergänzen und das Zielpublikum ein ähnliches ist. Ihren Job hat Ursina Anfangs Sommer an den Nagel gehängt, sobald sie wusste, dass sie die beiden Standorte für den Verkauf nutzen darf.

Ich hoffe, dass das gfrornige Joghurt von joli mont bald ganzjährig in Bern erhältlich ist. So oder so werde ich die nächsten Tage nochmals hingehen und andere drei Toppings probieren. Amaretti, Zitronencake und Gewürz-Apfel haben mich schon beim ersten Besuch gereizt. Wer weiss, vielleicht gibt es bis dahin bereits was Neues, das Ursina morgens in der Küche ausgetüfelt hat, während ihre Tochter noch schlief.

Ab dem 2. September ist der  joli mont Stand nur noch Freitags und Samstags von 12:30 bis 22:00 geöffnet. Nutzt die Gelegenheit und geniesst ein gfrorniges Joghurt im Innenhof des PROGR, solange es in diesem Jahr noch möglich ist.

Eure Helena

 

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