Chat Noir: Junioren Björn und Kim übernehmen den Berner Kartenladen

2018 ist für Chat Noir ein bedeutendes Jahr. Der Berner Andreas Jordi übergibt den 40-jährigen Familienbetrieb, der sich durch seine grosse Auswahl an Karten und Geschenkartikeln auszeichnet, an seine Kinder Björn und Kim. Bärner Meitschi hat die Familie zum Kaffee getroffen.

Im Herzen von Bern finden sich nicht viele Läden, die nicht einem Grossverteiler oder einer internationalen Marke weichen mussten. Chat Noir ist einer, der es geschafft hat. Seit 40 Jahren bietet die Familie Jordi an der Marktgasse ein vielfältiges Angebot an Karten, Geschenkartikeln, Dekomaterial und Bildereinrahmungen.

Die Idee, ein Geschäft in dieser Art zu eröffnen, entstand in London. Res und sein Gründungspartner Martin entdeckten auf ihrem Städtetrip einen Kartenladen, der genau ihren Vorstellungen entsprach und als Inspiration für ihr weiteres Vorhaben diente. Der Name „Chat Noir“ kommt übrigens vom bekannten Jugendstilplakat „Le Chat Noir“ von Théophile-Alexandre Steinlen.

Familiäres Team bleibt unverändert

Nach vierzig Jahren übergeben Res und seine Frau Guri nun das Geschäft an ihre Kinder Björn (36) und Kim (28). Der Generationenwechsel wurde Anfang 2018 bei einem Essen mit dem ganzen Chat Noir Team gefeiert. Dieses zählt mit der vierköpfigen Familie Jordi 14 Personen. „Unser Team ist sehr familiär, und das wollen Kim und ich unbedingt beibehalten. Einige Mitarbeitende arbeiten seit über 20 Jahren bei uns“, sagt Björn, der selber bereits seit 10 Jahren im Laden mitarbeitet. „Als Björn damals ins Geschäft eingestiegen ist, war für uns schnell klar, dass er es einmal übernehmen wird. Dass unsere beiden Kinder die Geschäftsleitung nun zusammen übernehmen, ist umso erfreulicher“. Kim ist mit dem Laden ebenfalls bestens vertraut. Sie hat während der PH und ihrer Tätigkeit als Lehrerin nebenbei immer auch im Laden gearbeitet und ist seit diesem Jahr mit einem Vollzeitpensum dabei. „Wenn unsere Kinder den Laden nicht übernommen hätten, wäre es für uns schon schwierig gewesen“, fügt Res an.

Auf die Frage, was sich seit der Geschäftsübergabe verändert hat, antwortet Kim mit „im Moment eigentlich noch nicht viel“. Von Res kommt sofort „momou, die Verantwortung liegt jetzt bei Kim und Björn“. Res und Guri ziehen sich jedoch nicht ganz aus dem Geschäft zurück. „Ich bin schon froh, dass ich noch ein bisschen mithelfen darf“, meint Res schmunzelnd. Alle lachen und Kim fügt an: „Ein bisschen ist gut. Du bist noch täglich im Laden. Aber wir sind froh, um die Unterstützung von dir und Mami“.

Online-Shop in Planung

Was sich dagegen bereits in den vergangenen Jahres etwas verändert hat, ist das Sortiment. Kim hat das Angebot an Spielzeugen und Geschenken für Kinder ausgebaut und auch eine Auswah an Getränken und Esswaren ist seit Kurzem im Laden zu finden. „Bei den Getränken schauen wir, dass es lokale Produkte sind, wie beispielsweise von Lola oder Apfelgold“, sagt Björn und Kim fügt lächelnd an „aber auch die Etiketten müssen stylisch sein“. Ideen für neue Produkte sammeln die beiden im Internet, an Messen und sie haben oft Besuch von Lieferanten, die ihnen ihre Produkte präsentieren. „Björn und ich arbeiten mit mehr Lieferanten zusammen, als dass es unsere Eltern getan haben. Auch ein Online-Shop mit auserlesenen Artikeln aus dem Laden ist in Planung“, sagt Kim. „Beim Thema Online-Shop haben Res und ich immer gebremst, wir wollten das nicht“, sagt Guri und Res meint „ig chumä da sowieso nid drus“. Björn liebäugelt schon länger damit, einen Online-Shop einzuführen. Er habe aber auch Respekt vor den Erwartungen der Kunden und vor allem vor dem nicht einschätzbaren Aufwand, der ein solcher Shop mit sich bringt. Res trinkt den letzten Schluck seines Kaffees und meint: „Ig mache de im Lager d’Päckli vo dene Sache wo online bstellt wärde“. Die Ausgabenverteilung bei den Jordi’s ist klar. Sie sind ein eingespieltes Team und eine sehr sympathische Familie. Bärner Meitschi wünscht Kim und Björn alles Gute und viel Freude bei der Weiterführung von Chat Noir.

Chat Noir
Marktgasse 38
3011 Bern
www.chat-noir.ch

Fotos: Yasmina Heini

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