Bern – Zürich retour (von Gastautorin Jrene Rolli)

„Aus Gründen“ bin ich damals von Bern nach Zürich gezogen. Auch wenn es für viele Bernerinnen und Berner ja kaum gute Gründe geben kann, der schönsten Stadt der Welt den Rücken zu kehren. Heute, drei Jahre später, stapeln sich die Kartonkisten und warten darauf, von einer wunderschönen Stadt in die andere transportiert zu werden. Bern, ich bin zurück. Bald.

 DIE Frage, die mir in den letzten drei Jahren so oft gestellt wurde ist aktueller denn je: Züri oder Bärn, was gfaut dr besser? Ihr Lieben, ich kann das beim besten Willen nicht beantworten. Auch wenn ich ein Bärnermeitschi bin, habe ich eine mehr als tolle Zeit in Zürich verbracht und würde immer wieder in diese Stadt zurückkehren. Ich mag die Anonymität, die Vielfalt und den Mut der Limmatstadt. Und natürlich den See.

 Ein See in dem man baden kann und dort aussteigt wo man auch eingestiegen ist, sich weder um Wirbel noch um aufgeschürfte Schienbeine kümmern muss. Da kann die liebe Aare leider für meinen Geschmack nicht mithalten.

 Hingegen freue ich mich, in Kürze wieder mit meinem Fahrrad durch Berns Gassen zu sausen, auf dem holprigen Kopfsteinpflaster durchgeschüttelt zu werden und ruckzuck von einer Ecke der Stadt in die andere flitzen zu können. In Anbetracht dessen, dass ich mir keine ÖV-Fahrpläne merken kann und Google Maps in Bern auf Routen keine Tram- und Bus-Nummern anzeigt, sondern lediglich T und NFB (Niederflurbus for god’s sake…), werde ich wohl mein Fahrrad schleunigst auf Vordermann bringen müssen.

 Leider kann Bern weder mit Seen noch mit Bergen mithalten. Die Aussicht hoch oben vom Höngg auf den Zürichsee und die Alpen ist mit dem Gurten in keiner Weise vergleichbar. An einem klaren Tag atemberaubender als der Berner Hausberg. True story. Aber der Gedanke daran, im Sommer 2013 während dem Gurtenfestival wieder im eigenen Bettchen übernachten zu können, ja, darauf freue ich mich.

 Ganz besonders freue ich mich aber, wieder näher von meiner Familie und meinen engen Freunde zu sein, eine Stadt im „Hosentaschenformat“ zu haben und auch einen Gang zurück schalten zu können. Ebenso freue ich mich aber aufs Pendeln, die Stunde um bewusst Musik zu hören oder zu lesen und ja, ich muss zugeben, doch noch öfters in Zürich zu sein.

Auf was sollte ich mich sonst noch so freuen?
Eure Jrene

Ihr Bärndütsch ist nach mehreren Jahren in Fribourg & Zürich nicht mehr lupenrein, aber im Herzen ist Jrene Rolli noch immer ein wahres Bärner Meitschi. Oder die Gluexfee, wie man sie auf Twitter kennt. Sie hat einen MAS in Arts Management und mag das bunte Leben: Design, Kunst und Worte.

American Football & Rasenmähen mag sie ebenfalls. Blessed with luck – sie findet das Glück überall.

5 Comments

  • Heidi Kiener
    8. Oktober 2012 18:17

    Viel Glück in Bärn! Muss unbedingt wieder mal den Orangengugelhopf vom Beeler haben! Und noch so einiges mehr! Auf ein Wiedersehen in Bern!

    • 9. Oktober 2012 09:58

      Oh, das klingt aber sehr lecker und kannte ich bisher gar nicht. Muss ich unbedingt ausprobieren 🙂

  • 16. Februar 2013 18:03

    🙁 Zürich zu verlassen ist tatsächlich sehr schwer, ich kann es mir garnicht vorstellen, so eine tolle Stadt ! Aber „bärn“ ist auch was tolles, hoffe man hat sich schon langsam eingelebt, ausserdem ist man ja nicht sooooo weit weg 🙂

    Grüße und alles Gute Eddine

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