Ein Besuch beim Barbier (von Gastautor Sam Rothen)

Nägel lackiert, Brauen gezupft, Nase gepudert: Die tägliche Arbeit am Erscheinungsbild der Frau gilt als Selbstverständlichkeit. Und beim Mann? Beim Barbier-Besuch durfte Sam endlich erfahren was es heisst, wenn man(n) im Mittelpunkt steht.

Andrea Hirschi, Inhaberin von Der Frisör, führt mich an diesem kalten und nebligen Samstagmorgen durch den vollen Coiffeure-Salon in den neu designten Barber-Raum.

Bartfrisur und -öl, what else?

Auf dem traditionellen Barberstuhl begutachten wir meine Gesichtsbehaarung und wählen eine zu mir passende Bartfrisur aus. Nun darf ich eine Vielzahl von Bartölen beschnuppern und eines für die bevorstehende Bartmassage auswählen.

Nach Balsamierung und Bartmassage bringt Andrea jetzt Form in meine Kinnbehaarung: Mit der Schere stutzt sie die Barthaare und gleicht die seitlichen Partien der Kopfhaare an den Bart an.

Dampfbad fürs Gesicht

Der anschliessende Arbeitsgang ähnelt sozusagen einem Dampfbad fürs Gesicht. Mit warm dampfenden Tüchern wird dabei mein Kopf auf die bevorstehende Rasur vorbereitet. Eingewickelt in warme Tücher kann ich in den  nächsten Minuten auf dem Stuhl richtig entspannen und abschalten. Der Barber-Raum im UK-Style sowie der angrenzende, ziemlich hektische Coiffeursalon gerät so – zum Glück – innert Sekunden in Vergessenheit. Den anschliessenden kurzen Wechsel des Arbeitsgerätes nutzte ich, um meinen frisch servierten Espresso zu schlürfen.

Während der Entspannungsphase schäumt Andrea die Rasierseife auf und streicht sie mir dann nach Entfernung der Tücher in den Halsbereich.

In meinem Fall werden nur die Ansätze des Bartes eingeschäumt, da lediglich in dieser Zone rasiert wird. Andrea erklärt mir die Wichtigkeit der Rasierklingen-Wahl: Um einerseits dem Kunden eine Rasur mit höchster Qualität zu garantieren und andererseits aus hygienischen Gründen verwendet sie für jeden Kunden eine neue Rasierklinge. Wenn du also einem Barbier einen Besuch abstattest, dann stelle jeweils die Aktualität der Rasierklinge sicher. Denn wer möchte schon Rückstände vom Vorgänger-Kunden im Gesicht haben…

Klinge am Hals

Nun zum für mich aufregendsten Teil: Andrea zieht die lange und scharfe Klinge in einem ersten Schritt mit der Richtung des Bartwuches sachte an meinem Hals herab. In einem zweiten Arbeitsgang wird dann gegen die Richtung des Bartes rasiert, damit eine glatte und reine Oberfläche entsteht.

Nach der Rasur werden erneut Tücher, diesmal aber kühle, auf meinem Gesicht platziert, um möglichen Hautirritationen entgegen zu wirken. Abschliessend wird ein spezielles, gut riechendes Bartöl in den Bart einmassiert. Dieses sorgt für einen gepflegten, glänzenden und weicheren Bart.

Fertig ist nun der Besuch in der neuen Wohlfühloase des zeitgemässen Berner Mannes. Der Besuch beim Bärner Barber war für mich ein total neues Erlebnis und auch zukünftig ein Muss beim einen oder anderen Coiffeurbesuch.

Fotos: Purplelense

Das Treatment beim Bärner Barber wurde unserem Gastautor Sam Rothen offeriert. Du kannst dir aber sicher sein, dass auch solche Beiträge unsere ehrliche Meinung beinhalten.

Sam ist ein Bärner Giu, ehemaliger Klassenkamerad von Bärner Meitschi Claudia und ein Freund von Bärner Meitschi Sandra. Er arbeitet als Architekt in Bern und verbringt seine Freizeit mit Eishockey und Freunden.

1 Comment

  • Andrea Hirschi
    17. März 2018 13:17

    Herzlichen Dank für den super Bericht.

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