Schicker Strick aus Bern

STUDIOannaninck – hinter diesem Label verbringt sich peppige Strickmode einer jungen Designerin aus Bern. Bärner Meitschi besuchte Anna Ninck in ihrem Krativreich.

„Erzähle ich jemandem, dass ich Strickmode herstelle, schaue ich oft in verblüffte Gesichter. Viele denken bei Strickwaren an Bünzlis und vergangene Zeiten.“ Ein Blick auf Anna Ninck und ihre Kreationen räumt diese Vorurteile aber rasch aus der Welt. Unerwartete Stücke wie ein Mohair-Seide-Pullover, der einer Braut die Schulten wärmt, zeichnen die Arbeit der jungen Designerin aus. Dass Ninck ihre Energie in Strick- und nicht in Schreibmaschinen steckt, ist keine Selbstverständlichkeit. Obwohl sie bereits als Kind Modedesignerin als ihren Traumberuf auserkoren hatte, schloss sie eine Lehre als Kauffrau ab. Anstatt auf dem erlernten Beruf zu arbeiten, lebte sie ihre Kreativität im Vorkurs an der Schule für Gestaltung aus. Nach Besuchstagen an Kunsthochschulen stand fest: Ein Textildesignstudium, das ist es!

Design in Bern, Produktion in Berlin

Rasch zog das Stricken die Studentin in seinen Bann. „Innerhalb von kürzester Zeit kann ich mit einer Strickmaschine einen Gegenstand herstellen. Die Möglichkeiten sind endlos, da ich verschiedenste Garne kombinieren kann“, schwärmt sie von ihrer Faszination. So schuf sie ihre Bachelor-Arbeit auch auf diesem Gebiet. Prompt erhielt sie für ihr Projekt “Ich erzähle von der Masche“ den Textile Design Award als Young Talent überreicht: „Dieser Preis dient mir bis heute als Starthilfe, um mein eigenes Label aufzubauen.“ Sämtliche Stücke ihres Labels STUDIOannaninck zeichnet sie auf dem Computer oder entwirft sie direkt an der Handstrickmaschine. Jede Masche entspreche einem Pixel, könne man sich diese Arbeit vereinfacht vorstellen. Das Strickmuster oder den gestrickten Prototypen eines Kleidungsstückes schickt sie nach Berlin, zu jener Strickmanufaktur, in der sie während des Studiums ein Jahr verbracht hat. Auf ihren eigenen, kleinen Strickmaschinen würde sich die Produktion nicht lohnen. Während eine industrielle Strickmaschine einen Pullover in einigen Stunden fertigt, würde die Herstellung bei Anna Ninck zu Hause mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Strickmode im Sommer

Anders als andere Designer bringt Anna Ninck nicht zu jeder Saison eine neue Kollektion auf den Markt. Wenn sie das Bedürfnis habe, ergänze sie die bereits bestehenden Modelle mit einem neuen Stück. Im Moment steht sie vor einer besonderen Herausforderung: Sie möchte Strickmode – der Inbegriff von Winter – für den Sommer entwerfen. Wie alle anderen Strickstücke wird sie die Sommerteile über ihren neuen Online-Shop verkaufen.

STUDIO anna ninck
www.annaninck.ch

Fotos: Steve Nhan Duc

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